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Immer sonntags, immer 18.30 Uhr
Logos-Gottesdienst - was ist denn das?
Jugendseelsorger klärt auf
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Oliver, darf ich mal einige Fragen los werden, die so rund um den Gottesdienst am Sonntagabend gestellt werden?

Ja, gern.

Die erste ist eine praktische: Wie spricht man das eigentlich aus: Logos ..

[logoß] - also mit zwei kurzen „o" und einem scharfen „s". die Betonung liegt auf der ersten Silbe. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Einfach mal probieren.

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Was bedeutet denn Logos?

Logos stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Wort, Ursprung, göttlicher Funke. So beginnt der Prolog des Johannes-Evangeliums mit den Worten: „Im Anfang war das Wort" bzw. der Logos. Lässt man das „s" am Ende weg bleibt „logo", was in jugendlicher Sprechweise bedeutet: na klar, ist gut so. Etwas drittes ist mir vor einigen Wochen gesagt worden: „Logo" im Sinne von Markenzeichen, das wiedererkennbar ist und einen Unterschied zu anderen ausmacht.

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Seit wann gibt es diesen Logos-Gottesdienst?

Den ersten Logos-Gottesdienst haben wir am 8. November 2007 gefeiert. Damals starteten wir mit einer handvoll Gottesdienstbesuchern. Damit begann eine gute Entwicklung. Jeden Sonntag gemeinsam Hl. Messe feiern, immer um 18.30 Uhr in der Herz-Jesu-Kapelle, Sonntag für Sonntag. Das spricht sich rum. Eigentlich haben wir keine besondere Werbung gemacht. So etwas muss wachsen dürfen.

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Es gab also seitdem jeden Sonntag einen Gottesdienst?

Ja, auch wenn ich nicht immer selbst dabei sein konnte. Zwischendurch sind Kurse oder eine Fahrt nach Taizé. Mit der Zeit hat sich das Gottesdienstangebot herum gesprochen, und wir feiern gemeinsam.

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Was ist die Idee hinter diesem Gottesdienst?

Es gibt viele Aktivitäten im TABOR und auch zusammen mit den Schwestern der Congregatio Jesu. Da lag es nahe, einen typisch kirchlichen Ort zu finden, wo die Themen und Fragen von Jugendlichen ins Wort gebracht und auf spirituelle Weise ausgesprochen und bearbeitet werden können.
Und weil wir einen fürsorglichen, zuverlässigen Gott verkünden, ist es doch logo, wenn es jeden Sonntag, ob Ferien oder nicht, einen Gottesdienst zum Mitfeiern gibt.

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Wer darf zum Logos-Gottesdienst kommen?

Zum Gottesdienst sind alle eingeladen, unabhängig vom Alter. Vorrausetzung ist aber, dass sie sich einen dichten und musikalisch modern gestalteten Gottesdienst wünschen und nicht erwarten, dass es mit 45 Minuten getan ist.

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Das "K" ist für die Gestaltung wichtig, oder?

Wir orientieren uns an der aus den USA stammenden worship-Musik, die dort eher freikirchlich beheimatet ist. Diese Lieder entsprechen in ihrer Dynamik und Musikalität dem Lebens- und Glaubensgefühl vieler junger Leute. Musik ist für uns nicht die Füllung mit Tönen zwischen den Gebeten, sondern ein integraler Bestandteil zum mitbetenden Singen und Mitfeiern der Gemeinde. Jemand hat mich mal nach einem Gottesdienst angesprochen: Kaplan, bei diesem Gottesdienst werden die Lieder ja nicht nur gesungen, sondern auch gebetet. Ich dachte mir: Recht hat er. Man merkt das deutlich.

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Es gibt neben der Musik auch jeden Sonntag ein Thema. Wo kommt das her?

Ja, und das steht vorher fest und kann auf der Homepage nachgelesen werden.
Das Thema orientiert sich an einem sonntäglichen Lesungstext, aber nicht allein: Genau so wichtig ist Erlebnisse und Erfahrungen der jungen Leute von der letzten Woche einzubringen. Dazu hören wir genauer hin, was junge Leute bewegt.

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Wir???

Ja, damit meine ich unsere Nachbarinnen, die Schwestern der Congregatio Jesu, und besonders Sr. Simone Remmert. Die Präsenz aller macht deutlich, das wir nicht nur wochentags gemeinsam ein lebendiger Ort sein wollen, sondern auch zur Feier der Hl. Messe. Ein lebendiger Ort, zu dem jede und jeder kommen darf, egal welchen Alters, welcher Konfession oder welcher Religion. Dass wir selbst katholisch sind, hat sich ja herum gesprochen (lacht).

Den Sonntagabendgottesdienst gibt es in der Herz-Jesu-Kapelle schon viele Jahrzehnte, früher von den Jesuiten gefeiert. Wir haben es also mit der Revitalisierung (schmunzelt) eines eingebeteten Ortes zu tun, an dem jetzt auch kräftig gesungen wird. Gute Liturgie gefeiert wurde hier schon immer.

Und da ist dann noch die Gemeinde?!

Es gibt viele, die diesen Gottesdienst vorbereiten und gestalten helfen oder selbst aktiv werden. Wer als Messdiener mithelfen will, sollte eine Viertelstunde vorher da sein. So einfach ist das. Anderes braucht natürlich etwas länger in der Vorbereitung. Gottseidank haben wir eine Reihe von Musikern, die jedem Gottesdienst eine besondere unterscheidbare Note geben. Ach ja, fast alle Logos-Musiker haben mal mit Musik im Café angefangen.

Jemand kümmert sich um Ton und Licht, andere begrüßen die Ankommenden und drücken mit freundlichem Wort den Liederzettel in die Hand.

Eine junge und zukunftsgerechte Liturgie versucht den Bogen zu spannen zwischen den Offenbarungen und Bildern der Bibel auf der einen und der konkreten Erfahrungswelt städtischer Menschen. Jesus hat das meisterlich verstanden, die Erfahrungswelt der Menschen mit seiner Botschaft in Verbindung zu bringen: Der Schatz im Acker, der Unkraut im Weizen usw. usw. Wir sind im guten Sinne Nachahmer Jesu, wenn wir einen authentischen Gottesdienst feiern, der in Sprache und Feierform verständlich ist.

Und noch was: Wir haben keine Gottesdienstbesucher (hebt die Stimme), sondern eine feiernde Gemeinde.

Das sieht man ganz deutlich daran, wie unsere jungen Musiker sich verhalten: Sie spielen nicht ihre Lieder im Gottesdienst, sondern feiern als Mitgestaltende wirklich mit. Das ist besser, als irgendwelchen Methodenzauber zu machen oder die Musiker gar vor den Altar zu stellen. Mir persönlich ist deshalb wichtig, dass die Musiker auch zur Hl. Kommunion gehen können und wir Rücksicht auf ihren Wunsch nehmen, zur Hl. Kommunion gehen zu wollen, sie haben schließlich einen liturgischen Dienst.

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Was charakterisiert das Ambiente?

Vor und nach dem Logos-Gottesdienst ist das Café geöffnet, und viele kommen nicht nur und gehen gleich rein in die Kapelle und danach schnell wieder raus und weg. Viele stehen nachher zusammen oder setzen sich ins Café. Es ist so etwas wie ein Treffpunkt für Gleichgesinnte.

Darf ich dich noch um einen Schlußgedanken bitten?

Wir feiern nun seit fast zwei Jahren Sonntag für Sonntag gemeinsam Gottesdienst. Wenn ich es mal ganz persönlich sagen darf: Die Entwicklung erfreut mich sehr, und ich merke, dass ich da gut Priester sein kann.

Ich möchte ein riesiges Danke für positive Rückmeldungen und kritische Anmerkungen sagen. Das macht mir klar, dass unser Gottesdienst einen dialogischen Charakter hat. Wenn Jesus es geschafft hat, den Alltag der Menschen mit Gott zu berühren, dann sollten wir uns auch anstrengen, diese „Inkulturation in Lebenswelten" hinzubekommen. Ich will meinen Teil dazu gern beitragen - und es gelingt mir umso mehr, je gemeinsamer wir Gottesdienst feiern.

Danke, Oliver, gehen wir jetzt einen Cappuccino trinken?

Noch einen, klar!

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(aufgezeichnet nach einem Gespräch zwischen Jugendseelsorger Oliver Holzborn und Norbert Lübke im November 2009)

Fotos: Norbert Lübke

(nl)


 
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Kurzmeldung

Zusammenhalten- Zukunft gewinnen

Einladung zum internationalen Gottesdienst,

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der seit vielen Jahren einmal im Jahr im Rahmen der bundesweit stattfindenden interkulturellen Woche stattfindet.
Am 19.9. um 17 Uhr. 

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